Die Superklasse aus Trier

von Reiner Rempis (Kommentare: 1)

Eine ganze Flotte von Superlift-3800-Raupen- sowie je ein AC-1000- und ein TC-2800-Autokran stehen dem Trierer Krandienstleister Steil für Einsätze in Industrie, Infrastruktur und Windkraft zur Verfügung.

Die gemischte Flotte an Großgeräten bei Steil aus Raupen- und Fahrzeugkranen weiß zu überzeugen - im doppelten Sinne. Denn mit der hohen Zahl an (fast) identischen Maschinen lassen sich sowohl technisch wie auch stückzahlmäßig eine Vielzahl von Projekten gleichzeitig realisieren und glänzen dabei noch mit einer hohen Wirtschaftlichkeit. Die Besonderheit: Mit maximal acht Superlift-Raupen stellt die Steil-Flotte weltweit derzeit vermutlich den größten Bestand an aktuellen 650-Tonnern aus der Terex-Palette in einem einzelnen Unternehmen dar. Zwar soll schon in Kürze das eine oder andere „Alt“-Gerät erneut den bemerkenswerten Gerätepark verlassen, was jedoch lediglich in der nicht hundertprozentigen Kompatibilität von „älteren“ Maschinen zu neuem Zusatz-Equipment begründet ist. An der grundsätzlich positiven Einstellung von Steil gegenüber dem raupenbewehrten Gittermastkran ändert dies nichts.

Rad und Raupe, Teleskop und Gittermast

Nicht zuletzt durch die räumliche Nähe gehören Mobilkrane, und insbesondere auch Großgeräte von Terex zu den Standardmaschinen im Steil-Fuhrpark. So findet sich aus der einstigen CC-2800-Ära neben einem Raupenexemplar heute auch noch ein achtachsiger TC 2800 in den Bestandslisten des vielseitig aufgestellten Kran- und Schwerlastunternehmens wieder. Bei den anspruchsvollen Hüben wird die Superlift-Flotte bekanntermaßen auch noch durch einen AC 1000 unterstützt, wobei die Aufgabenbereiche sich nach Aussage von Stephan Fleischmann (Marketing) und Martin Mittler (Projektplanung) durchaus überschneiden.

Klassische Einsatzbereiche

So wissen die beiden Kranexperten bei einem Besuch von „Kran- & Hebetechnik“ in der Unternehmenszentrale in Trier davon zu berichten, dass sich die im Prinzip getrennten Einsatzbereiche auch im Sinne einer höheren Wirtschaftlichkeit durchaus überschneiden können. Da montieren die Gittermastgeräte schon mal Großkomponenten in der Infrastruktur (z.B. Brücken) oder aber der 1.000-t-Teleskopkran „hilft“ das eine oder andere Mal im Windkraftbereich aus. Gerade in letzterem Segment nehmen die Herausforderungen nicht zuletzt durch die immer anspruchsvolleren Standplätze der Windkraftanlagen weiter zu – da sind ebenso zunehmend kreative Lösungen bei den eingesetzten Hebezeugen gefragt. Und da bietet der Superlift auch durch die konsequente Weiterentwicklung des einstigen CC 2800 dank gezielter Kundenwünsche eine Vielzahl von Möglichkeiten, die dann in der Regel auch mit wirtschaftlichen Vorteilen bei der Krannutzung verbunden sind.

Arbeitssicherheit erhöht

Ein Vorteil liegt in der Transportfreundlichkeit der Grundgeräte, wobei hier Steil nur in Ausnahmefällen tatsächlich auch das technische Maximum nutzt. So sieht Martin Mittler beispielsweise das Ineinanderschieben von Auslegerelementen nur beim Transport über sehr lange Strecken als wirklich effektiv – bei relativ kurzen Strecken, insbesondere im regionalen Bereich, geht der „einfache“ Transport einfach schneller über die Bühne. Unisono loben sowohl Geschäftsführerin Birgit Steil als auch Karl Trippel (Technischer Leiter), Stephan Fleischmann sowie Martin Mittler die inzwischen eingeführte Fall-Protection an den jeweiligen Krankomponenten. Diese reduziert nicht nur das Arbeitsrisiko der eigenen Mitarbeiter, sondern wird inzwischen auch von den Auftraggebern im Sinne einer höherer Arbeitssicherheit über die jeweilige Ausschreibung eingefordert.

Tauschbarer Boom Booster

Die anspruchsvolleren Einsatzstellen sind darüber hinaus immer auch eine Herausforderung der Technik – ein Beispiel ist der „Negativ“-Aufbau der überlangen Ausleger auf Bergrücken beispielsweise. Hier entstehen derart hohe Kräfte beim Aufrichten (oder Ablegen) des Gittermastes, dass auch bei einem derartigen Einsatzszenario der neue Boom Booster die geforderte Steifigkeit des Gesamtsystems garantieren kann. Dessen Fähigkeit, einfach zwischen den einzelnen Geräten durchgetauscht werden zu können, ist für die Trierer Kran- und Schwerlastexperten besonders reizvoll, so dass man mit großer Freude auf den ersten Zulauf in den Steil-Fuhrpark in diesen Tagen gewartet hat.

Sportwagen-Klasse

Und gerade die aus Sicht der Nutzer weiter optimierte Tauschbarkeit einzelner Komponenten bzw. die einfache Montage des Krans insgesamt weiß Birgit Steil mit ihrer Mannschaft immer wieder auf’s Neue zu schätzen. Nur so lassen sich dann auch Einsätze wie die im luxemburgischen Junglinster realisieren, wo ein Superlift nur einen Tag nach der Montage einer Windkraftanlage dann schon wieder Brückenelemente einer Talquerung einhob. Nicht ohne Grund ordnet denn auch Martin Mittler den noch recht jungen Superlift 3800 von Terex in die „Sportwagen-Klasse“ ein: Schnell aufbauen, Einsatz absolvieren und schnell wieder abbauen.

Stand der Technik

Aus Sicht von Hersteller Terex stellt der Superlift 3800 ohnehin den aktuellen Stand der Technik dar – auch vor dem Hintergrund, dass der Kran insbesondere für die Montage von Windkraftanlagen genutzt wird. Über die jüngsten Neuerungen des Brot- und Butter-Krans ist bereits weiter vorne in dieser Ausgabe, aber auch in den vergangenen Heften der „Kran- & Hebetechnik“ berichtet worden. Dazu zählen insbesondere der Boom Booster, der optional erhältliche, teilbare Superlift-Rahmen „Split Tray“ mit einer „Stecktechnik“ sowie der Verstellrahmen „Flex Frame“, der den üblichen Tele-Zylinder ersetzt. Technikfeatures, die gerade beim Ab- sowie Aufrüsten durch reduzierte Arbeitszeiten ebenfalls ein deutliches Plus an Wirtschaftlichkeit bringen, wie Guntram Jakobs, Manager Product Marketing bei Terex Cranes, betont.

Moderne Konstruktion und Fertigung

Darüber hinaus verweist Jakobs auch noch auf weitere konstruktive Elemente, die letztendlich erst die gewünschten Leistungs- und Rationalisierungswerte des Superlift 3800 ermöglichen. Hierzu zählen moderne Fertigungsverfahren wie Schweißen inklusive der notwendigen Wärmebehandlung, die anspruchsvolle Drehkranzfertigung im eigenen Haus oder konstruktiv die Verwendung von sogenannten Schaukeln für die Ballastaufnahme anstelle der bisher üblichen, vergleichsweise schweren Grundplatten. Hierdurch kann der notwendige Hilfskran je nach System zur Montage des Superlift letztendlich eine Nummer kleiner ausfallen.

Versammelte Sportwagen-Klasse

Vorteile, die, wie beschrieben, natürlich auch so in der Einsatzpraxis der Steil-Flotte zum Tragen kommen – schließlich trägt der inzwischen gängige Dialog zwischen Kranherstellern, Vermietern und Bauherrn heute schon fast automatisch wirtschaftliche Früchte. Die Rationalisierung gerade im Windkraftbereich beschert der Branche hierbei immer wieder neue Ideen und Lösungsansätze. Der Superlift 3800 von Terex darf da als Gesamtpaket betrachtet werden, dessen einzelne Bausteine ideal aufeinander abgestimmt sind, und so besonders effizient zusammenwirken. Und wenn dann auch noch gleich eine ganze Klasse dieser „Sportwagen“ unterwegs ist, begeistert das nicht nur den Betreiber, sondern in gleichem Maße auch die Fahrer.

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